Und vielleicht auch noch andere.

Die und wir, Folge 5

  • Chinesische Supermärkte sind ein Paradies für Schnäppchenjäger. Das Warenangebot besteht hier bestimmt zur Hälfte aus Schnäppchen. Ungelogen. „Nur heute: eine Flasche Sprite + eine Flasche Cola + eine Einkaufastasche GRATIS!“ Ich habe bei uns im Supermarkt noch nie so viele Angebote und Schnäppchen gesehen wie hier.
  • Mein erster Nebenjob war im Supermarkt in unserem kleinen Dorf. Dort habe ich immer Donnerstag nachmittags die frisch angelieferten Waren in die Regale geräumt. Daher wusste ich auch immer, wo alles steht und konnte, wenn ich denn mal einkaufen musste*, meine Einkäufe immer doppelt so schnell erledigen wie die anderen. Doch obowohl ich mittlerweile schon über ein halbes Jahr hier lebe suche ich doch jede Woche auf’s neue wieder irgendein Produkt. Das Problem dabei ist allerdings nicht meine altersbedingte Senilität sondern die Tatsache, dass hier bestimmt jede Woche die Waren umgeräumt werden! Meine Theorie ist ja dass die mich entweder zur Weißglut bringen wollen und es lustig finden, wenn ich mal wieder durch den halben Laden renne weil ich die Zahnpaste nicht finde. Oder das ist einfach nur eine Beschäftigunstherapie für die Mitarbeiter.
  • Natürlich gibt es auch den umgekehrten Fall: man hat etwas im Einkaufswagen liegen und auf dem Weg zur Kasse fällt einem dann ein, dass man das doch nicht mehr möchte. Aber das Regal ist soweit weg. Also was tun? In Deutschland läuft man als pflichtbewusster Bürger eben nochmal durch den ganzen Laden und legt es wieder dahin zurück, wo man es her hat**. Hier legt man es einfach irgendwo ab. Irgendwer wird’s schon wegräumen. Aus diesem Grund erinnern mich chinesische Supermärkte auch oft an halb aufgeräumte Kinderzimmer.
  • Mit den Einkaufswagen ist es dasselbe: ist man mit dem Einkauf fertig, lässt man ihn einfach stehen. Natürlich meist vor der Rolltreppe und mittem im Weg. Wäre ja sonst nur halb so lustig. Auch hier gilt: irgendwer räumt’s schon weg.
  • Diese „irgendwer-räumt’s-schon-weg“-Haltung kommt allerdings nicht von ungefähr: hier gibt es in Supermärkten, Restaurants und anderen Orten, wo man Personal braucht, immer mindestens soviel Mitarbeiter wie Kunden.

„Welchen Beruf haben sie denn?“ – „Ich helfe den Leuten im Supermarkt, die Einkaufswagen aus der Halterung auf der Rolltreppe zu lösen.“***

* Was jetzt nicht so oft vorkam. Ich meine, wie oft muss man als 16-jährige schon Lebensmittel einkaufen gehen?
** Und ärgert sich anschließend darüber, dass man nochmal durch den halben Laden rennen musste und ca. 5 Minuten wertvolle Lebenszeit verloren hat, die man auch mit sich-über-die-Regierung-beschweren hätte verbringen können.
** Monotonie ahoi!

11 Antworten

  1. Ich gehe lieber in Supermärkten von denen ich weiß, wo alles steht. Da würde ich ja verrückt werden!

    Und gewöhne dir diesen Unordungssinn lieber nicht an… sonst kann das hier übel enden . Haha!😀

    23. Februar 2010 um 15:46

  2. Meine Theorie: Die räumen immer wieder um, damit keine Ladenhüter entstehen und du siehst, was es alles gibt.

    23. Februar 2010 um 20:51

  3. @Mone: Ich und mir Unordnungssin angewöhen?! Das wäre ungefähr so, als würde der Papst plötzlich Kondome an Minderjähre verteilen würde.😛
    @: Carsten. Du hast wahrscheinlich recht. Aber meine Theorie, dass sie mich ärgern wollen, find‘ ich lustiger.😉

    23. Februar 2010 um 20:55

  4. Warum sollten sie dich ärgern wollen? Schließlich bist du eine von ihnen.😉

    23. Februar 2010 um 20:58

  5. @Carsten: Das stimmt. Dann muss ich wohl doch deinen Theorie übernehmen (die im Übrigen viel logischer ist als alles, was mir so als Grund einfiel. Ich denke manchmal viel zu kompliziert).

    23. Februar 2010 um 21:00

  6. Du bist eine Frau, du darfst kompliziert denken.😉

    23. Februar 2010 um 21:15

  7. Juhuu!😀

    23. Februar 2010 um 21:17

  8. Die Frage ist jetzt ja, ob eine ohnehin hoher Konsum durch so viele Rabatte und Geschenke noch getoppt werden kann. Manche bezeichnen ihn hierzulande auch schon als krank. Also noch mehr kaufen? Nein danke.

    23. Februar 2010 um 23:05

  9. @Schaps: Wie heißt es doch so schön:“Einer geht noch…!“ Und paradoxerweise sind hier, in einem kommunistishen Land, die Leute die größten Kapitalisten und Konsumierer überhaupt.😉
    Aber ich bin auch gegen Übermaß. Egal, ob’s nun beim Konsumieren oder anderswo ist. Zuviel ist nie gut.

    23. Februar 2010 um 23:15

  10. China ist ja auch nur noch auf dem Papier kommunistisch. Eigentlich äußert sich das ja nur noch an der Parteiendiktatur. Trotzdem ist das Land interessant…verdammt! ^^

    24. Februar 2010 um 21:10

  11. Das ist schon wahr. Dieses „nur“ in dem Satz mit der Parteiendiktatur ist aber gar nicht so klein, wie man das normalerweise annimmt. Heute hab ich eine Sendung der Reihe „Weltbilder“ gesehen http://www1.ndr.de/podcast/weltbilder624.xml , in der berichtet wurde, wie Künstler in Peking mithilfe von Schlägertrupps aus verlassenen Vierteln geworfen wurden, wo sie bilig und ruhig wohnen können, weil die (kommunistische) Partei ihr Recht durchsetzen will und die jetzt noch billigen Wohnungen und Grundstücke weiterverkaufen will, natürlich (kapitalistisch) teuer. Davon hab ich hier gar nichts mitbekommen, und ich sehe täglich Nachrichten.
    Aber was das Einkaufen und Konsumieren angeht sind sie hier wirklich fast schlimmer als bei uns, möchte ich mal so behaupten.
    Und es gibt zwar viele Chinesen, die das, was die Partei da manchmal so macht, nicht gut finden. Aber es gibt immer noch genung, die es gut finden. Wären wirklich alle dagegen, würde das System zusammenbrechen, denn ohne Menschen ist es schwierig, ein politisches System aufrecht zu erhalten.
    Aber 1. bin ich kein politischer Mensch und 2. halte ich mich hier was politische Äußerungen angeht eher zurück. Ich weiß ja nicht, wer hier noch so mitliest.😉

    Trotzdem ist das Land interessant…verdammt! ^^

    Dann komm‘ her!😀 Ich kann dir auch ein paar nützliche Sätze sagen („Ich bin nicht dick, ich komme aus Europa!“.

    24. Februar 2010 um 21:31

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