Bewegung vom 29.11.2009

Gerade eben hat doch tatsächlich einer meiner Nachbarn im Aufzug auf Anhieb erkannt, dass ich Deutsche bin. Wohooo!

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Die und wir

Zu meinem Viermonatigen gibt’s eine kleine Auflistung aller Unteschiede, die ich hier mittlerweile so festgestellt habe.

  • Hat man in China zum Beispiel eine neue Tasche gekauft kommt (gleich nach dem Kompliment für den guten Kauf) die Frage nach dem Preis.
  • Chinesen haben die bemerkenswerte Eigenschaft, sich, auch wenn sie erst ca. 5 Sekunden Teil einer Gruppe sind, in diese einzufügen. Ist wohl der „kommunistische Geist“.
  • Hier binden sich die Leute anders die Schuhe. Statt dem Daumen, um den man bei uns ja die Schlaufe bindet, benutzen sie irgendwie den Zeigefinger. Jedenfalls sieht es anders aus als bei uns.
  • Essen ist in China unheimlich wichtig. Ich werde hier zu Begrüßung oft gefragt „你 吃饭了吗?“ auf deutsch also: „Hast du schon gegessen?“

Das wär’s dann auch für heute von mir.

Verfolgungswahn

Wer kennt sie nicht: die Leute, die immer in Fußgängerzonen auf der Straße stehen und einem irgendwas andrehen wollen.
Die Leute gibt’s hier auch. Meistens wollen die einem immer nur nen Zettel mit den neuesten Angeboten von Carrefour oder Wal-Mart in die Hand drücken.
Da lauf‘ ich dann immer mit einem Kopfschütteln und einem „不想,谢谢 bùxiǎng,xièxie“* vorbei.

Es gibt allerdings eine junge Frau, bei der weiß ich bis heute nicht, aus welchem Grund sie auf der Straße immer Passanten anspricht. Sie hat keine Zettel, kein Klemmbrett, auf dem sie Umfrageergebnisse notieren könnte und mit der Spendenbüchse klappern tut sie auch nicht.
Das alles würde mich ja eigentlich kalt lassen. Wenn, ja wenn, sie nicht immer genau da auftauchen würde, wo ich langggehe!
Gehe ich im Wal-Mart einkaufen, steht sie da und spricht mich an. Gehe ich zur Schule, begegne ich ihr auf meinem Weg und sie spricht mich an. Ich seh‘ die pro Woche sicherlich 4 Mal.
Mittlerweile glaube ich ja, dass sie sich meinen Tages- bzw. Wochenablauf notiert und auswendig gelernt hat, damit sie mich immer da überraschen kann, wo ich langgehe. Unheimlich.

Vielleicht würde es helfen, wenn ich sie mal ausreden lassen würde**. Vielleicht. Aber irgendwie sieht sie komisch aus. Verrückt, irgendwie.
Oder vielleicht ist sie drogenabhängig und will Geld für Drogen von mir haben? Aber nicht mit mir!

Und eigentlich möchte ich auch gar nicht rausfinden, was sie eigentlich von mir (und den anderen Passanten) will. Ich möchte ihr nur nicht mehr begegnen.

*Nein, vielen Dank.
** Nach „Guten Tag, schöne junge Frau…!“ würg‘ ich sie immer mit einem Kopfschütteln ab und gehe schnellen Schrittes weiter