Und vielleicht auch noch andere.

Reisen, die erste: Taiyuan

Liebe Genossinnen und Genossen, ich bin wieder zurück in (temporär)-heimatlichen Gefilden. Eigentlich schon seit gestern Abend 23 Uhr chinesischer Zeit, aber der Ruf des Bettes war lauter als der meines Blogs.
Nun aber bin ich seinem Ruf gefolgt und liefere hier brav einen Bericht ab.

01. Oktober, 1. Tag:
Ich musste früh aufstehen. Und mit „früh“ meine ich „die-Sonne-ist-noch-nicht-mal-aufgegangen“-früh. Man könnte es eigentlich noch als „spät“ bezeichnen. Aber lassen wir das. Wo war ich?
Genau. Ich bin um 4.45 Uhr* quasi aus dem Bett gefallen, habe mich angezogen, gefrühstückt und bin dann um halb sechs ins Taxi Richtung Flughafen gestiegen.
Das hat dann, wider Erwarten, nur 15 statt 30 Minuten gebraucht. Ich frage ich immer noch, wie der Taxifahrer das angestellt hat.
Aufgrund der Zeitersparnis (ich war sowieso früh dran) konnte ich dann noch in aller Ruhe das Stille Örtchen aufsuchen. Danach habe ich gemacht, was man am Flughafen halt so macht. Rumsitzen und warten.
Nach der Ankunft in 太原 tàiyuán

wurde ich dann von meiner Freundin abgeholt und konnte mein Gepäck in die Wohnung (ich habe bei ihr und ihren Eltern gewohnt) bringen.
Zum Mittagessen ging’s in ein Restaurant, wo ich dann auch gleich noch die halbe Verwandtschaft kennen gelernt habe. Brav, wie ich nun mal bin, habe ich die obligatorischen „Ah, Sie kommen aus Deutschland? Wie ist es denn da so? Gefällt Ihnen China? Wie kommen Sie mit der Sprache zurecht? Wie schmeckt ihnen das Essen?“-Fragen beantwortet.
Der restliche Tag war dann eher unspektakulär. Außer faulenzen und die Parade zum Nationalfeiertag im Fernsehen angucken haben wir nämlich nicht viel gemacht.

02. Oktober, 2. Tag:
„Schon wieder früh (um fünf Uhr) aufstehen. Ich hasse alle Chinesen, weil die immer so früh aufstehen. Und ich hasse China, weil es so groß ist und man immer so weit fahren muss und das so viel Zeit in Anspruch nimmt. Wo bin ich überhaupt?“
So in etwa war mein erster Gedanke am Morgen des zweiten Tages. Allerdings hatten wir eine fünfstündige Zugfahrt in ein kleines Bergdorf (五寨 wǔzhài)

, in dem wir die kommende Nacht verbrachten, vor uns. Es war also eine angebrachte – wenn auch unchristliche! – Aufsteh-Zeit.
Nach fünf Stunden in einem chinesischen Zug, dessen zweiter Vorname „Sardinenbüchse“ lauten könnte, wurden wir nach der Ankunft mit herrlich frischer Luft*** und wunderschöner Landschaft belohnt.

So sonnig diese Bilder auch sein mögen, es war a****kalt. Ich bin die kompletten 2 Tage mit 3 Lagen Kleidung rumgelaufen. Bei einer Lage von 2.800 Metern über dem Meeresspiegel aber irgendwie auch kein Wunder.
landschaft 2

landschaft 3

landschaft 4

Die Nacht haben wir dann mit einer Decke unter und 2 über uns verbracht, da das Zimmer nicht beheizt war. Aber es war herrlich kuschelig warm.
zimmer

03. Oktober, 3. Tag:
Herrliches Wetter und eine humane Aufsteh-Zeit begründeten diesen Tag. Auf dem Plan**** stand heute auch noch mal Natur besichtigen. Die Natur ist dort aber so herrlich, da kann man gar nicht genug bekommen. Vor allem, wenn man in der Stadt lebt. Ich habe auch jetzt, wo ich selbst in so einer großen Stadt wohne, erst verstanden, warum die Chinesen so scharf auf den Schwarzwald sind: sowas haben sie im Alltag einfach nicht!
landschaft 5

Gegen Mittag haben wir dann die Rückreise angetreten, diesmal glücklicherweise in einem angenehm leeren Zug.

04. Oktober, 4. Tag:
Dies war ein fauler Tag. Ausschlafen, Mittag essen, Einkaufsbummel. Das war’s.

05. Oktober, 5. Tag:
Mein letzter Tag in Taiyuan. Da das Ausschlafen gestern so nett war, haben wir das heute gleich nochmal gemacht. Mittags wurden dann Jiaozi gemacht. Mann, waren die gut! Die Technik hab‘ ich zwar noch nicht so ganz raus, aber ich finde, sie sahen ganz ansehnlich aus.
jiaozi

abendessen

Der Nachmittag bestand dann aus einem schönen Spaziergang im Park, bevor ich mich dann abends auch schon wieder Richtung Dalian aufgemacht habe.
park

这个旅 行非常好玩儿!谢谢你,君!你随时可以去大连看我。我的床大够了。🙂

* Da war’s selbst in Deutschland fast** noch hell!
** Gut, das ist übertrieben. Aber ohne stilistische Übertreibungen fänd’s ja wieder keiner interessant.
*** Ein rares Gut in China!
**** Chinesen stehen total auf durchorganisierte Gruppenreisen. Dies war so eine Gruppenreise.

4 Antworten

  1. Tolle Bilder und diesmal finde ich sogar das dieses komische Essen gut aussieht. Was ist denn das genau?

    7. Oktober 2009 um 3:09

  2. Wow, die Landschaft sieht ja echt geil aus! Total schön! Und diese „Maultaschen“ sehen echt lecker aus, da muss ich Johanna zustimmen.

    Wie ist das Wetter eigentlich im Februar? Muss ich auch drei Kleiderschichten übereinander tragen?😉

    P.S. Der More-Tag funktioniert oben nicht.

    7. Oktober 2009 um 14:04

  3. @Johanna: Tolle Bilder UND tolles Essen, wie ich finde. Das sind kleine gefüllte Teigtäschen, ähnlich unseren Maultaschen. Sehr lecker, ich könnte dafür sterben (was aber irgendwie doof wär, da ich sie dann ja nicht mehr essen könnte).

    @Mone: In echt sah die Landschaft noch 10 mal so atemberaubend aus! Vor allem, als wir oben auf dem Berg standen. Die Maultaschen sehen nicht nur lecker aus, sie sind es auch. Wenn du mich besuchen kommst werden wir uns nur davon ernähren.😀
    Nee, musst du nicht. Du musst hier genausoviel anziehen wie bei uns im Winter auch. Wir waren 2.800 meter über dem Meeresspiegel und speziell auf dem Berg, auf dem wir am ersten Tag waren, ging ganz ordentlich Wind (und der war kalt).

    8. Oktober 2009 um 0:08

  4. PS: Das mit dem More-Link weiß ich. Aber ändern kann ich’s grad nicht, da das Programm nicht will.

    8. Oktober 2009 um 0:09

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