Und vielleicht auch noch andere.

Andere Länder, andere Sitten

Jedes Volk und sein Land hat so seine Eigenheiten. China und die Chinesen bilden da natürlich keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil.
Dieser Artikel listet mal die Unterschiede zwischen dem Land der Tugend (wie Deutschland auf Chinesisch heißt) und dem Reich der Mitte auf.

1. Hier wird Chinesisch gesprochen! (jetzt dürft ihr lachen).
2. Hier sieht man fast nur Chinesen! (jetzt dürft ihr erst recht lachen)

(Jetzt kommen die ernst gemeinten Punkte)

3. Man sieht hier zwar viele viele kleine Kinder und auch Babys, aber ich habe heute (nach fast 4 1/2 Wochen) meinen ersten Kinderwagen auf der Straße gesehen. Die Kinder werden meistens auf dem Arm getragen.

Kinder

Kinder

Ist bei dem Trubel hier wahrscheinlich auch das Beste. Man muss sich eh ständig irgendwo rein-, raus- oder vordrängeln, da würde man durch einen Kinderwagen nur behindert werden.
Außerdem sind die hier glaub ziemlich teuer (wie bei uns auch). Also warum viel Geld für etwas ausgeben, wofür in der Wohnung sowieso kaum Platz ist?

4. Die Chinesen sind, wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnt habe, sehr geduldig. Solange sie nur was zu essen und/ oder zu trinken haben, warten sie auch gut und gerne mal zwei Stunden.
Wenn sie jedoch Aufzug fahren könnte man meinen, es ginge um ihr Leben. Da wird eingestiegen und noch mit einem Fuß in der Tür auf den Türschließknopf gedrückt.

Tuerschließknopf

Tuerschließknopf

Das Lustige dabei ist ja: dadurch geht’s auch nicht schneller. Im Gegenteil: durch das Drücken geht die Türe nämlich oft grad noch mal auf.
Vielleicht gibt ihnen das aber auch ein Gefühl der Macht, wenn die Partei sonst schon alles bestimmt. Wer weiß.

5. Wir haben momentan August und im August ist es heiß. Und wie verschafft man sich da als Mann mittleren Alters am besten Abkühlung? Richtig, man zieht sich das Oberteil bis zu den Brustwarzen hoch und läuft so durch die Straßen. Natürlich nicht ohne sein schon etwas dickeres Bäuchlein ordentlich zur Schau zu tragen. Brrrr.
(Hiervon hab’ ich leider kein Foto)
Die jüngeren gut aussehenden Männer scheinen hingegen nicht so sehr zu schwitzen. Schade eigentlich.

6. Die Frauen – sowohl jung als auch alt – sind da das genaue Gegenteil. Die wollen sich mit allen Mitteln gegen die böse Sonne schützen, weshalb ich mir hier teilweise ein bisschen wie im Frankreich des 17. Jahrhunderts vorkomme*. Überall sieht man Sonnenschirme, die sich durch die Gegend bewegen.

Sonnenschirme

Sonnenschirme

Und da ich mich ja anpassen möchte, hab ich mir vor kurzen auch so einen Schirm gekauft.

mein Sonnenschirm

mein Sonnenschirm

Fazit: die Sonnen brennt tatsächlich nicht so dermaßen auf Schultern und Kopf, das ständige Auf- und Zumachen ist dagegen etwas lästig. Aber meiner taugt auch als Regenschirm.

7. Die Chinesen sind sehr neugierig. Allerdings gleicht diese Neugier eher der eines Kindes als der von diesen verdammten lästigen Gaffern. Egal, was wann wo passiert, es steht immer sofort eine kleine Gruppe von Menschen drumrum. Ganz nach dem Motto „Gucken kostet ja nix.“

Gruppe**

Gruppe**

Irgendwie finde ich diesen Charakterzug der Chinesen äußerst sympathisch. Ich habe mich auch selbst schon dabei „ertappt“, wie ich mich zu einer solchen Gruppe gesellt habe.
Gucken ist ja nicht verboten. Und vielleicht kann man dabei ja sogar was lernen.

8.

Busfahrplan

Busfahrplan

Dieses Bild, liebe Leser, zeigt einen chinesischen Busfahrplan. Gut, Fahrplan wäre zuviel gesagt, denn hier stehen lediglich die Haltestellen und die Abfahrtszeiten des ersten und letzen Busses des Tages.
Wie man dann weiß, wann der Bus fährt, wollt ihr wissen? Das weiß man nicht, man stellt sich einfach an die Haltestelle und wartet, dass einer kommt. Für den Deutschen unvorstellbar. Hier ist eben nicht alles so geordnet (was manchmal gar nicht so schlecht ist).
Zu den Stoßzeiten morgens und abends fahren aber viele Busse, da kommt man also auf jeden Fall pünktlich zur Arbeit. Wenn man denn rechtzeitig losgeht und kein Unfall bzw. keine Baustellen auf der Strecke sind.
„Mit Verspätungen muss immer gerechnet werden.“

Soweit von mir. Mehr „Bloggenswertes“ gibt es sicher bald. 再见。

* Da wollte auch niemand braun werden.
** Was hier los war? Jemand hat die Hände von Leuten vermessen und daraus ihre Zukunft gelesen.

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4 Antworten

  1. Und, hast du deine Zukunft messen lassen?

    28. August 2009 um 23:41

  2. Muss dich leider enttäuschen, hab ich nicht getan.
    Aber ich hab in zwei Tage später nochmal gesehen, vllt. ist der ja öfter da. Dann werd ich meine Hand vermessen lassen und hier berichten, was er mir prophezeit hat. 😉

    29. August 2009 um 2:26

  3. Servus, Gut geschrieben. Unseren ersten Kinderwagen haben wir schon 6 Monate vor der Geburt geholt.

    29. August 2009 um 8:42

  4. Vielen Dank. Die Chinesen sind da etwas weniger planvoll als wir Deutschen. Nicht nur, was vorgeburtliche Vorbereitungen angeht. 😉

    6. September 2009 um 16:40

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