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Die und wir, Folge 2

„Kleinvieh macht auch Mist“, sagt der Volksmund und damit hat er völlig Recht.
Denn gerade die kleinen Unterschiede im Alltag sind es ja, die das Leben im Ausland so spannend machen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, daraus auch eine Serie zu machen.
Heute nun also Folge 2 über die Unterschiede zwischen den Chinesen und uns Deutschen.

  • Geld am Geldautomaten zu holen ist hier eine lustige Sache. Chinesische Geldautomaten geben nämlich Geräusche von sich. Jawohl, Geräusche. Wenn der Automat die Scheine ausspuckt, dann ertönt ein sehr futuristisches Geräusch (ähnlich dem, wenn man in manchen Computerspielen das nächste Level erreicht). Wenn der Automat dann die Karte ausgegeben hat ertönt nochmal ein (recht lautes) Klingelgeräusch*. Wahrscheinlich als Zeichen für den Hintermann, dass man nun fertig ist. Denke ich mir mal so.
  • Wo wir schonmal beim Thema Geräusche sind: im Fernsehen sind die natürlich auch präsent. Und ich meine damit nicht die „normalen“ Geräsuche, die ein Fernsehgerät so von sich gibt, nein. Ich rede hier von den lustigen Cartoon-Geräuschen, mit denen hier durchaus auch ernstzunehmende Sendungen wie z. B. Kochsendungen untermalt werden. Verrät der Koch zum Beispiel einen Profitrick, erscheint dieser in knallbunten Schriftzeichen und mit einem lustigen Geräusch auf dem Bildschirm (je mehr Tricks, desto nerviger die Sendung; finde ich zumindest).
  • Über das Thema Heizung habe ich hier ja schon berichtet. Jetzt ist sie ja an, also alles gut. Dachte ich zumindest. Das „Spezielle“ an chinesischen Heizungen ist allerdings nicht nur, dass sie zentral an- und (am 15. März) auch wieder ausgeschaltet werden. Man kann die Temperatur auch nicht einstellen, da es keinen Thermostat gibt. Wird’s einem also zu warm hilft nur eins: Fenster auf.
  • Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in China einkaufen war, habe ich mich, als ich mit meinem Einkäufen daheim war, doch etwas gewundert. Es war März 2007 und ich hielt eine Kekspackung in der Hand, auf die das Datum „Dezember 2006″ gedruckt war. Natürlich fiel mir dies erst auf, als ich die Packung schon halb leer gegessen hatte. Ich stellte mich schon auf Lebensmittelvergiftung aufgrund des Verzehrs von seit 3 Monaten abgelaufenen Keksen ein, als ich herausfand, dass auf chinesische Lebensmittelverpackungen nicht das Verfalls- sondern das Herstellungsdatum gedruckt wird. Puh.
  • Über Sinn oder Unsinn des Drucken von Herstellungsdaten anstatt Verfallsdaten auf Lebensmittelvepackungen kann man ja streiten. Wenn es um Rabatte (bzw. deren Kennzeichnung) geht, können wir uns von den Chinesen allerdings noch einiges abgucken. Hier wird nämlich statt dem Prozentsatz, um den der Preis reduziert wird, gleich der Preis, den man am Ende zu zahlen hat, auf das Schild geschrieben. Steht auf einem Schild also zum Beispiel „80%“, dann bedeutet das keinen 80-prozentigen Rabatt, sondern, dass man nur noch 80% vom Ursprungspreis zahlen muss. Das finde ich mal wirklich praktisch.

* Beim ersten mal Geldholen hätte ich deswegen fast nen Herzschlag bekommen.

Die und wir

Zu meinem Viermonatigen gibt’s eine kleine Auflistung aller Unteschiede, die ich hier mittlerweile so festgestellt habe.

  • Hat man in China zum Beispiel eine neue Tasche gekauft kommt (gleich nach dem Kompliment für den guten Kauf) die Frage nach dem Preis.
  • Chinesen haben die bemerkenswerte Eigenschaft, sich, auch wenn sie erst ca. 5 Sekunden Teil einer Gruppe sind, in diese einzufügen. Ist wohl der „kommunistische Geist“.
  • Hier binden sich die Leute anders die Schuhe. Statt dem Daumen, um den man bei uns ja die Schlaufe bindet, benutzen sie irgendwie den Zeigefinger. Jedenfalls sieht es anders aus als bei uns.
  • Essen ist in China unheimlich wichtig. Ich werde hier zu Begrüßung oft gefragt „你 吃饭了吗?“ auf deutsch also: „Hast du schon gegessen?“

Das wär’s dann auch für heute von mir.

Bewegung vom 15.11.2009

Lacher gefällig? Bitte sehr:
http://www.kopfschuettel.de/

Verfolgungswahn

Wer kennt sie nicht: die Leute, die immer in Fußgängerzonen auf der Straße stehen und einem irgendwas andrehen wollen.
Die Leute gibt’s hier auch. Meistens wollen die einem immer nur nen Zettel mit den neuesten Angeboten von Carrefour oder Wal-Mart in die Hand drücken.
Da lauf’ ich dann immer mit einem Kopfschütteln und einem „不想,谢谢 bùxiǎng,xièxie“* vorbei.

Es gibt allerdings eine junge Frau, bei der weiß ich bis heute nicht, aus welchem Grund sie auf der Straße immer Passanten anspricht. Sie hat keine Zettel, kein Klemmbrett, auf dem sie Umfrageergebnisse notieren könnte und mit der Spendenbüchse klappern tut sie auch nicht.
Das alles würde mich ja eigentlich kalt lassen. Wenn, ja wenn, sie nicht immer genau da auftauchen würde, wo ich langggehe!
Gehe ich im Wal-Mart einkaufen, steht sie da und spricht mich an. Gehe ich zur Schule, begegne ich ihr auf meinem Weg und sie spricht mich an. Ich seh’ die pro Woche sicherlich 4 Mal.
Mittlerweile glaube ich ja, dass sie sich meinen Tages- bzw. Wochenablauf notiert und auswendig gelernt hat, damit sie mich immer da überraschen kann, wo ich langgehe. Unheimlich.

Vielleicht würde es helfen, wenn ich sie mal ausreden lassen würde**. Vielleicht. Aber irgendwie sieht sie komisch aus. Verrückt, irgendwie.
Oder vielleicht ist sie drogenabhängig und will Geld für Drogen von mir haben? Aber nicht mit mir!

Und eigentlich möchte ich auch gar nicht rausfinden, was sie eigentlich von mir (und den anderen Passanten) will. Ich möchte ihr nur nicht mehr begegnen.

*Nein, vielen Dank.
** Nach „Guten Tag, schöne junge Frau…!“ würg’ ich sie immer mit einem Kopfschütteln ab und gehe schnellen Schrittes weiter

***Hören und staunen***

„What will you do when you get lonely,
No one’s waiting by your side…?“

aus Layla von Eric Clapton (Album: Layla and other assorted love songs)

Bewegung vom 10.11.2009

Die Heizungen sind an! Wollt ich nur mal sagen…

Klappe zu, Affe tot.

Nun bin ich also seit einem Tag 24. Und es fühlt sich genauso an wie mit 23. Ein Geburtstag wie jedes Jahr, könnte man da denken.

Doch dem ist nicht so.
Ich habe hier gestern ja schon einen Artikel mit Geschenke-Bildern veröffentlicht. Das war gestern, als ich dachte, das wär’s dann im Großen und Ganzen gewesen mit den Geschenken.
Ich würde diesbezüglich eines Besseren belehrt, denn meine Ausbeute von gestern und heute sieht folgendermaßen aus:
geschenke3

Ich habe glaub’ noch nie in meinem Leben so viele Geburtstagsgeschenke bekommen. Außer vielleicht bei meiner Geburt, meine Erinnerungen an diesen Geburtstag sind allerdings etwas dürftig.

Aber der Reihe nach:
Gestern Morgen Ortszeit 8.00 Uhr bin ich also aufgestanden und habe mich des Lebens gefreut*. Der Morgen verflog ruck zuck und schon war es Zeit, sich mit der Schulleiterin zu treffen, denn diese hatte ein Geburtstagsessen für mich organisiert.
An dieser Stelle sollte ich wohl nicht ganz so egoistisch sein, denn dieses Essen war nicht nur für mich. Der kleine Junge, dem ich Deutschunterricht gebe, hat lustigerweise am selben Tag Geburtstag wie ich!
Die ganze Mannschaft** ist also auf zu einem Restaurant ganz in der Nähe der Schule, wo’s dann lecker Essen gab. Da auch die Chinesen nicht hinterm Mond leben und sehr wohl wissen, was im Westen so geht, durfte der obligatorische Geburtstagskuchen nicht fehlen.
kuchen

Und der war, zu meiner Überraschung, ganz lecker. Eine Begegnung mit einer chinesischen Geburtstagstorte, deren Wert auf der Geschmacksskala eher ins Negative tendierte, hat mich vorsichtig sein lassen. Auch, wenn zwischen diesem Kuchen und den hausgemachten Kuchen deutscher Mütter und Omas Welten liegen, hat er sich dennoch positiv von seinem Kollegen von vor 2 Jahre abgehoben.

Doch nicht nur der Kuchen hat sich von einer deutschen Geburtstagsfeier abgehoben, da gab es auch noch zwei, drei anderen Unterschiede:
cimg0758

Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, wurde ich in ein Blumenmädchen verwandelt. Fand’ ich eigentlich eine ganz hübsche Idee, das mit dem Blumenkränzchen. Hatte ich dann auch wirklich die ganze Zeit auf.
Ob das jedoch wirklich eine chinesische Tradition ist, weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht war’s auch schlicht und ergreifend die Idee der Schulleiterin.

Dieses monströse Blumengesteck links neben mir war übrigens als Tischschmuck gedacht. Allerdings mussten wir es auf einen Bestelltisch auslagern, da sonst das Essen keinen Platz mehr gehabt hätte.
Es gab davon noch eine kleinere Version. Die befindet sich nun auf meinem Fernseher.

Dieses Essen war allerdings eine her kurze Angelegenheit, wie chinesische Feiern im Allgemeinen: nach 2 Stunden war alles vorbei und wir sind nach Hause gegangen.

Schön war’s trotzdem, und der Geschenkeberg fasziniert mich immer noch.

Geburtstag 2009: Over and out.

* Nachdem ich auf dem Klo war und gefrühstückt hatte.
** Freunde der Schulleiterin, Mitarbeiter der Schule und was weiß ich wer sonst noch alles; hab’ bis jetzt immer noch nicht so ganz durchschaut, wer hier welche Rolle hat

Bewegung vom 6.11.2009

Ich glaube, meine Nachbarn reißen in ihrer Wohnung grad’ eine Wand ein. Natürlich an meinem freien Tag, wenn ich den ganzen Tag zu Hause rumgammle. Hach ja, hier ist doch immer was los.

***Hören und lesen***

Anlässlich meines Geburtstags gibt’s heute natürlich eine Zeile aus dem besten Lied der Welt:

„…the world is a joke when out of love…“

aus sick sad little world von Incubus (Album: a crow left of the murder)

Geschenke auspacken*!

Vorher:
geburtstagsgeschenke

Nachher:
geburtstagsgeschenke2

Tausend Dank an alle Schenker!

* Habt ihr wirklich gedacht, dass ich damit bis morgen früh warten würde?

Bewegung vom 4.11.2009

Bewegung vom 1.11.2009

Es hat draußen 5 Grad. Drinnen hat’s auch nicht viel mehr, denn die Heizung wird hier erst am 15. November eingeschalten. Zentral. Heißt also: noch 2 Wochen frieren. Super Aussichten.

Bewegung vom 30.10.2009

Es ist jetzt 00.20 Uhr Ortszeit und es arbeitet doch tatsächlich noch jemand mit dem Schlagbohrer hier irgendwo im Haus. DEN GANZEN TAG HAT WOHL NICHT GEREICHT, WIE?!?
Manchmal haben sie hier schon nen Hau weg, aber wirklich…

Geduldsprobe

Mein Geburtstag ist am 5. November. Allerdings sieht’s bei mir geschenketechnisch jetzt schon so aus:
geburtstagsgeschenke

Kann mir mal einer sagen, wie ich da nicht schwach werden soll?
Vielleicht sollte ich sie unters Bett schieben. In die Schublade passen sie nämlich schon längst nicht mehr…

Bewegung vom 28.10.2009

Gestern abend trieb mich der Hunger in den Supermarkt.
Da stand ich nun, und wusste eigentlich gar nicht so recht, was ich essen wollte. Doch wie es der Zufall* so wollte, kam ich dann am Regal mit den importierten Produkten vorbei.
Ja, und da stand sie dann, die Spaghettisoße und hat mich angelächelt.
„Nimm’ mich**!“, hat sie gesagt.

Dieser Aufforderung bin ich dann auch umgehend gefolgt und ich kann euch sagen: ich hatte ganz vergessen, wie gut Spaghetti mit Tomatensoße schmecken können!
spaghetti

* oder die KPCh? Steuern die auch die Ausländer?
** (hier bitte nicht-jugendfreien Kommentar einfügen)

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