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Klappe zu, Affe tot.

Nun bin ich also seit einem Tag 24. Und es fühlt sich genauso an wie mit 23. Ein Geburtstag wie jedes Jahr, könnte man da denken.

Doch dem ist nicht so.
Ich habe hier gestern ja schon einen Artikel mit Geschenke-Bildern veröffentlicht. Das war gestern, als ich dachte, das wär’s dann im Großen und Ganzen gewesen mit den Geschenken.
Ich würde diesbezüglich eines Besseren belehrt, denn meine Ausbeute von gestern und heute sieht folgendermaßen aus:
geschenke3

Ich habe glaub’ noch nie in meinem Leben so viele Geburtstagsgeschenke bekommen. Außer vielleicht bei meiner Geburt, meine Erinnerungen an diesen Geburtstag sind allerdings etwas dürftig.

Aber der Reihe nach:
Gestern Morgen Ortszeit 8.00 Uhr bin ich also aufgestanden und habe mich des Lebens gefreut*. Der Morgen verflog ruck zuck und schon war es Zeit, sich mit der Schulleiterin zu treffen, denn diese hatte ein Geburtstagsessen für mich organisiert.
An dieser Stelle sollte ich wohl nicht ganz so egoistisch sein, denn dieses Essen war nicht nur für mich. Der kleine Junge, dem ich Deutschunterricht gebe, hat lustigerweise am selben Tag Geburtstag wie ich!
Die ganze Mannschaft** ist also auf zu einem Restaurant ganz in der Nähe der Schule, wo’s dann lecker Essen gab. Da auch die Chinesen nicht hinterm Mond leben und sehr wohl wissen, was im Westen so geht, durfte der obligatorische Geburtstagskuchen nicht fehlen.
kuchen

Und der war, zu meiner Überraschung, ganz lecker. Eine Begegnung mit einer chinesischen Geburtstagstorte, deren Wert auf der Geschmacksskala eher ins Negative tendierte, hat mich vorsichtig sein lassen. Auch, wenn zwischen diesem Kuchen und den hausgemachten Kuchen deutscher Mütter und Omas Welten liegen, hat er sich dennoch positiv von seinem Kollegen von vor 2 Jahre abgehoben.

Doch nicht nur der Kuchen hat sich von einer deutschen Geburtstagsfeier abgehoben, da gab es auch noch zwei, drei anderen Unterschiede:
cimg0758

Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, wurde ich in ein Blumenmädchen verwandelt. Fand’ ich eigentlich eine ganz hübsche Idee, das mit dem Blumenkränzchen. Hatte ich dann auch wirklich die ganze Zeit auf.
Ob das jedoch wirklich eine chinesische Tradition ist, weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht war’s auch schlicht und ergreifend die Idee der Schulleiterin.

Dieses monströse Blumengesteck links neben mir war übrigens als Tischschmuck gedacht. Allerdings mussten wir es auf einen Bestelltisch auslagern, da sonst das Essen keinen Platz mehr gehabt hätte.
Es gab davon noch eine kleinere Version. Die befindet sich nun auf meinem Fernseher.

Dieses Essen war allerdings eine her kurze Angelegenheit, wie chinesische Feiern im Allgemeinen: nach 2 Stunden war alles vorbei und wir sind nach Hause gegangen.

Schön war’s trotzdem, und der Geschenkeberg fasziniert mich immer noch.

Geburtstag 2009: Over and out.

* Nachdem ich auf dem Klo war und gefrühstückt hatte.
** Freunde der Schulleiterin, Mitarbeiter der Schule und was weiß ich wer sonst noch alles; hab’ bis jetzt immer noch nicht so ganz durchschaut, wer hier welche Rolle hat

Bewegung vom 6.11.2009

Ich glaube, meine Nachbarn reißen in ihrer Wohnung grad’ eine Wand ein. Natürlich an meinem freien Tag, wenn ich den ganzen Tag zu Hause rumgammle. Hach ja, hier ist doch immer was los.

***Hören und lesen***

Anlässlich meines Geburtstags gibt’s heute natürlich eine Zeile aus dem besten Lied der Welt:

„…the world is a joke when out of love…“

aus sick sad little world von Incubus (Album: a crow left of the murder)

Geschenke auspacken*!

Vorher:
geburtstagsgeschenke

Nachher:
geburtstagsgeschenke2

Tausend Dank an alle Schenker!

* Habt ihr wirklich gedacht, dass ich damit bis morgen früh warten würde?

Bewegung vom 4.11.2009

Bewegung vom 1.11.2009

Es hat draußen 5 Grad. Drinnen hat’s auch nicht viel mehr, denn die Heizung wird hier erst am 15. November eingeschalten. Zentral. Heißt also: noch 2 Wochen frieren. Super Aussichten.

Bewegung vom 30.10.2009

Es ist jetzt 00.20 Uhr Ortszeit und es arbeitet doch tatsächlich noch jemand mit dem Schlagbohrer hier irgendwo im Haus. DEN GANZEN TAG HAT WOHL NICHT GEREICHT, WIE?!?
Manchmal haben sie hier schon nen Hau weg, aber wirklich…

Geduldsprobe

Mein Geburtstag ist am 5. November. Allerdings sieht’s bei mir geschenketechnisch jetzt schon so aus:
geburtstagsgeschenke

Kann mir mal einer sagen, wie ich da nicht schwach werden soll?
Vielleicht sollte ich sie unters Bett schieben. In die Schublade passen sie nämlich schon längst nicht mehr…

Bewegung vom 28.10.2009

Gestern abend trieb mich der Hunger in den Supermarkt.
Da stand ich nun, und wusste eigentlich gar nicht so recht, was ich essen wollte. Doch wie es der Zufall* so wollte, kam ich dann am Regal mit den importierten Produkten vorbei.
Ja, und da stand sie dann, die Spaghettisoße und hat mich angelächelt.
„Nimm’ mich**!“, hat sie gesagt.

Dieser Aufforderung bin ich dann auch umgehend gefolgt und ich kann euch sagen: ich hatte ganz vergessen, wie gut Spaghetti mit Tomatensoße schmecken können!
spaghetti

* oder die KPCh? Steuern die auch die Ausländer?
** (hier bitte nicht-jugendfreien Kommentar einfügen)

Vater, Mutter, Kind

Früher, als ich noch klein war*, wollte ich immer dieses Spiel spielen.
Was dann konkret hieß: ich habe bestimmt, welches Nachbarskind welche Rolle übernahm und dem mussten sich dann alle fügen. Vielleicht waren deshalb immer alle gegen diesen Vorschlag**.

Was will ich nun mit dieser kleinen Anekdote sagen? Nun, früher war alles besser.
Eigentlich ist es das heute auch noch. Zumindest dann, wenn man das Thema „Namen für Familienmitglieder im Deutschen“ betrachtet.
Denn die sind im Chinesischen ziemlich kompliziert.
<!–more–>
Dennoch versuche ich hier mal mit meiner Machete einen Pfad aus dem Dickicht zu schlagen.

  1. Bei den chinsischen Verwandschaftsbezeichnungen wird immer zwischen Verwandtschaft väterlicher- oder mütterlicherseits unterschieden, zum Beispiel „älterer Bruder des Vaters“ (= Onkel).
  2. Es wird außerdem immer zwischen älteren und jüngeren Geschwistern unterschieden, zum Beispiel „jüngere Schwester mütterlicherseits“ (= Cousine).

Hört sich jetzt erst mal alles nicht so wahnsinnig kompliziert an. Ist für Ausländer, die das nicht gewohnt sind, aber wirklich verwirrend.
Denn man bedenke: durch die oben genannten Unterschiede gibt es doppelt so viele Bezeichnungen für Großeltern und sogar vier mal so viele für Geschwister, Onkel, Tanten etc. (da diese ja beiderlei Geschlechts sein können).

verwandschaftsbezeichnungen

Diese Grafik mag zwar recht überschaulich aussehen, allerdings fehlen hier die Bezeichnungen für Tanten, Onkels, Neffen, Nichten, Cousins und Cousinen***.

Hinzu kommt noch, dass Chinesen (vor allem Kinder die Erwachsenen, die ihnen nahe stehen, aber nicht zur Familie gehören), oft auch mit „Tante“ oder „Onkel“ anreden.
Außerdem nennen viele Chinesen meiner Generation (die ja zum Großteil alle Einzelkinder sind) ihre Cousins und Cousinen auch meist „Bruder“ oder „Schwester“. Verständlicherweise dachte ich deshalb anfangs, dass die mich alle anlügen, wenn sie zuerst auf meine Frage „Bist du Einzelkind?“ mit „Ja.“ antworten und dann 3 Sätze später sagen, dass ihr jüngerer Bruder in Deutschland studieren möchte.
Ich muss dazu sagen, dass sie dann wirklich das chinesische Wort für „jüngerer Bruder“ benutzen. Also das, das eigentlich besagt, dass die Eltern des Sprechers 2 Kinder haben. Dies ist also kein Übersetzungsfehler ihrerseits (da’s solch komplexe Bezeichnungen im heutigen Deutsch oder Englisch nicht oder nicht mehr gibt).

Na, verwirrt? Eben. Ich auch.

* und es noch D-Mark gab
** manchmal konnte ich allerdings meinen kleinen Bruder dazu zwingen überreden
*** Grund: kein Platz

***Hören und staunen***

„…mein Gott wie einfach das ist im Kopf woanders zu sein…“

aus so sehr dabei von Clueso (Album: so sehr dabei)

„Essen ist fertig!“ – „Was gibt’s denn heute?“ – „Feuertopf!“

Der dritte Teil der „Du bist, was du isst“-Reihe wird sich heute um eine weitere Spezialiät aus der chinesischen Küche drehen: den 火锅 huǒguō, zu deutsch „Feuertopf“.
Weiterlesen »

***Hören und lesen***

„…ich liebe dieses Leben,
ich liebe den Moment in dem man fällt…“

aus dieses Leben von Juli (Album: Ein neuer Tag)

Einmal im Bett umgedreht, und schon sind wieder vier Wochen vorbei. Wahnsinn.

Bewegung vom 16.10.2009

Die letzten Tage war irgendwie nichts spannendes los.
Heute auch nicht.
Ich wollte euch nur wissen lassen, dass ich noch lebe.

Die Chancen stehen allerdings gut, dass ich bald taub werde. Die Aufgabe der Arbeiter auf der Baustelle, die sich unweit* von meinem Haus befindet, scheint es heute wohl zu sein, große schwere Metallteile über Betonboden zu schleifen.

* oder doch weit weg? Ich kann die Baustelle nicht sehen, dafür aber hören.

Zieh’! Dich! An!

Auch hier wird es langsam Herbst. Aus diesem Grund bin ich schon seit bestimmt 3 Wochen auf der Suche nach einer Übergangsjacke.
Gefunden habe ich jedes Mal, wenn ich mich zu den Läden aufgemacht habe, viele. Sehr viele. Und schön waren sie noch dazu.
Es gab da aber leider jedes Mal ein Problem: die Größe. Wer mich kennt, weiß, dass ich „Normalmaß“ habe. Leider europäisches Normalmaß.
Dies ist hier, wie ich festgestellt habe, nicht von Vorteil. Denn alle Jacken, die ich probiert hatte, waren mir zu klein! Selbst in Größe XL* waren mir die Jacken noch zu klein. Und größer als XL gab’s nirgends.
Mein Frustrationspegel stieg mit jeder Jacke, die nicht passte, merklich an.

Bis heute.

Denn heute habe ich endlich, endlich eine Jacke gefunden:
jacke2

Sie ist zwar auch etwas enger als die Jacken, die ich normalerweise kaufe, aber sie passt**.
Bei den anderen Jacken hab ich noch nicht mal den Reißverschluss/ die Knöpfe zubekommen!

Jetzt weiß ich, wie sich Frauen mit Körbchengröße Doppel-D fühlen müssen, wenn sie Kleider kaufen möchten.

* Was hier vielleicht einer deutschen Größe 40 entspricht. Die sind hier aber auch alle so unglaublich dünn!
** Liegt vielleicht auch daran, dass sie Importware ist.